Was ist das Besondere am chinesischen Betriebsleiter Zhao Xing-Yuan?

Was ist das Besondere am chinesischen Betriebsleiter Zhao Xing-Yuan?

Zhao Xing-Yuan ist Betriebsleiter auf der SABA-Farm – der weltweit ersten Farm zur Herstellung bio-dynamischer Seide. Das für viele vielleicht Erstaunliche – diese Farm liegt rund 150km nördlich von Chengdu, in der chinesischen Provinz Sichuan.

Was Xing-Yuan mit seinen 40 Jahren fast all seinen chinesischen Kollegen mit großer Sicherheit voraus hat, ist sein Fachwissen im Bereich GOTS und demeter-geführter Betriebe. In Deutschland ist dies längst keine Besonderheit mehr – in China ist diese Art zu Wirtschaften bei Weitem eine Ausnahme und macht Xing-Yuan zu einem kleinen „Rebellen“.

Seit mehr als 80 Jahren gilt demeter als Markenzeichen für bio-dynamischen Anbau. Der Name lässt sich auf die griechische Göttin Demeter zurückführen, die für die Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten zuständig war.

Oberstes Gebot ist  das Weglassen von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Außerdem werden dem Boden spezielle Kompost- und Spritzpräparate aus Heilpflanzen, Rindermist und Quarzmehl zugeführt, da es Ziel ist, dem Boden mehr zurückzugeben, als ihm zu entziehen.

Die eigene Tierhaltung ist ein zusätzliches Muss, da die Rinder den wichtigen Mist produzieren, der als Düngemittel eingesetzt wird. Das Futter zur Fütterung der Rinder ist selbstverständlich Bio und daher frei von Tiermehlen, Zusatzstoffen, Antibiotika und Hormonen. Außerdem wird auf das schmerzhafte Enthornen der Kühe verzichtet.

Sein inzwischen breit aufgestelltes Wissen erlernte Xing-Yuan unter anderem von Julius Obermaier. Der Experte aus dem badischen Salem reist seit vielen Jahren um die Welt und leistet demeter-Projekten Geburtshilfe. Das SABA-Projekt lernte er Mitte der 90er Jahre kennen.

Xing-Yuan erinnert sich noch gut an Obermaier. 2004 wurde er sogar zu einem Gegenbesuch nach Deutschland eingeladen. Hier konnte er auf einem demeter-Hof am Bodensee noch mehr über biologisch-dynamische Landwirtschaft lernen. Dieser Besuch ist ihm bis heute in lebhafter Erinnerung.

Auch Obermaier erinnert sich „Auf dem Hügel war ja nichts“ – heute stehen hier 700.000 Maulbeerbäume und 5.000 Obst- und andere Bäume. Außerdem grasen so einige Schafe und Rinder auf dem idyllischen Hügel in der Nähe von Jiangyou. Die auf der SABA-Farm gepflanzten Maulbeerbäume dienen der Fütterung von ca. 5,6 Mio. Seidenraupen. Diese wiederum bilden die Kokons für die kostbare Seide der Organic Silk Nachtwäsche Linien von RÖSCH und FÉRAUD Paris.

Für Obermaier ist SABA längst „ein Projekt, das landesweit Ausstrahlung hat.“ Das liegt daran dass es einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Boden-, Luft- und Wasserqualität im Gebiet leistet und absoluten Vorzeigecharakter hat. Dieses Projekt ist ein ökologisches und faires Gegenmodell zum bisher viel zu oft praktizierten hemmungslosen Wachstum, mit verheerenden und kaum absehbaren Folgen für Mensch und Umwelt. Andreas Söffker, Geschäftsführer der Gerhard Rösch GmbH, sagt im Interview: „Das Beispiel SABA kann einen Weg aufzeigen, wie das Land seine wachsenden Umweltprobleme in den Griff bekommen kann.“ Laut Angaben der ZEIT vom April 2014, ist schon heute 1/5 der Agrarfläche Chinas verseucht.

 

Bild: Volker Rekittke

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