Organic Silk – behind the scenes – Entwicklung vom Ei zum Kokon

Organic Silk – behind the scenes – Entwicklung vom Ei zum Kokon

Die Eier für das Projekt stammen von speziellen Zuchttieren des Seidenspinners. Geliefert werden sie von staatlicher Stelle in einer Einheit von 22.000 Stück.  Nach der Anlieferung kommen die Eier in dieses Gebäude, das speziell für die Aufzucht der Würmer konzipiert ist.

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Hier werden sie auf einen roten Untergrund gelegt (fühlen sich auf rotem Untergrund wohler) und schlüpfen nach ca. 2-3 Tagen. Danach nehmen die Mitarbeite die geschlüpften Würmer mit einer Feder auf und setzen sie auf geschnittenen Maulbeerblättern ab. Geschnitten deshalb, weil die Würmer die Blätter von außen nach innen fressen.

eier raupen auf blatt

Wichtig ist es, dass sowohl die Feuchtigkeit und die Temperatur konstant sind, deshalb werden die Tabletts mit Folie abgedeckt und wenn nötig nachts der Raum beheizt. Insgesamt schlüpfen auf diese Art und Weise 5 Mio Raupen bzw. es entstehen 5Mio Kokons. Diese Zahl setzt sich folgendermaßen zusammen, zu Beginn sind es 22.000 Raupen á 32 Tabletts ergibt 704.000 Würmer, das Ganze zweimal während einer Phase und insgesamt viermal im Jahr, macht 5,6 Mio Raupen wobei ca. 10% Ausschuss sind, also roundabout 5Mio Raupen.

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Ab jetzt, frisst die Raupe abhängig von der Temperatur 28 – 32 Tage. Nun kommen sie in eine größere Halle und werden auf größere Bambustabletts umgebettet. Die Fläche wird wieder und wieder geteilt, um den Tieren mehr Platz zu bieten und um sie mit größeren Blättern zu füttern. Dabei werden sowohl die Gitter wie auch die Häuser mit Kalk desinfiziert. Hygiene spielt dabei eine sehr große Rolle, damit sich keine Krankheiten einschleppen. Insgesamt befinden sich vier Hallen auf dem Projektgelände, um die Wege der Pflücker so gering wie möglich zu halten.

große halle  raupe blatt

Viermal macht die Raupe Pause, währenddessen sie sich häutet – auf keinen Fall, darf sie dabei gestört werden. Wenn sie aufgehört hat zu fressen, ist sie ca. 8-9cm lang und hat dabei ihr Körpergewicht 8000 mal verdoppelt.
Jetzt wird sie gelblich und fast transparent, was bedeutet, dass sie sich bald verpuppen wird. Deshalb wird ihr ein Kokonhaus angeboten – hier suchen sich die Tiere ein freies Feld und verpuppen sich. Ungefähr fünf Tage spinnt sie ihren Kokon und verbraucht dabei einen großen Teil ihrer Körpermasse.

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Unsere Kokons zeichnen sich durch die weiße Farbe, Größe, Dicke der Wände und dass sie keine Sprenkel haben aus. Die Drüsen produzieren den Faden, der aus Eiweißproteinen und Kleber besteht (zwei Fibroin Proteine werden durch das Protein Sericin zusammengehalten: Drüsen im Unterkiefer bilden die Substanzen, die dann am Ende des Kopfes aus der Spinndrüse gedrückt werden). Mit dem fortlaufenden Faden bildet die Raupe den Kokon indem sie den Kopf von Seite zu Seite bewegt (bis zu 300.000 mal). Der Kokon erhärtet, sobald der Seidenleim an die Luft kommt. Dann beginnt die Puppenruhe und nach ca. 10 Tagen würde der Falter ausschlüpfen – und den Endlosfaden zerstören. Um das zu unterbinden, werden die Kokons nach 7 Tagen eingesammelt, verpackt und in die Trocknungsanlage gegeben – ein Mitarbeiter von Alkena ist dabei, um Verwechselungen etc. zu unterbinden.

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