Melli goes to China – die Spinnerei

Melli goes to China – die Spinnerei

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den ca. 3 stündigen Weg in die Stadt Mianyang. Diese, mit 5,3 Mio. Einwohnern, für chinesische Verhältnisse doch eher beschauliche Stadt ist die Heimat der Spinnerei in der unsere Seide für die Organic Silk Kollektion hergestellt wird. Nach dem Mittagessen lernen wir hier alles über die Herstellung des edlen textilen Rohstoffes. Vorbei am Firmenparkplatz, der unserer Meinung eher einer Fahrrad-Garage entspricht, gelangen wir zur eigentlichen Produktionsstätte.

Firmenparkplatz der Spinnerei.
Zunächst kommen wir in eine Halle, mit den vielen Säcken voller Kokons.  32.SpinnereiDiese werden zu Beginn der Produktionskette händisch nach Farbe und Qualität sortiert, um dann in den weiteren Produktionsprozess zu gelangen. Die trockenen Kokons werden anschließend in einer Art „Waschstraße“ in heißem Wasser gebadet. Dabei löst sich der Klebstoff der den Seidenfaden im Kokon zusammen hält. Nur so kann anschließend der 1.000-1.200 m lange „Endlosfaden“ (Filament) abgewickelt werden.

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Im nächsten Schritt werden die Anfänge der Filamente von den Kokons gelöst und die oberste Schicht des Kokons abgehaspelt um dann, je nach gewünschter Fadenstärke, aus 8-9 Kokons maschinell einen Seidenfaden zu spinnen und auf Spulen aufzuwickeln. Ich musste mich hier wirklich anstrengen um überhaupt die einzelnen hauchdünnen Fäden zu entdecken – nach einiger Zeit und mit etwas Übung gelingt das allerdings immer besser.
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Im Anschluss werden die Stränge für den weiteren Transport fertiggemacht,  d.h. mit einem Seidenfaden zusammen gehalten. Ich glaube ich habe noch nie Menschen gesehen, die ihrer Arbeit mit so flinken Händen nachgehen, wie die Mitarbeiterinnen, die für diese Arbeit eingeteilt wurden. Nach der Qualitätskontrolle werden jeweils 28 Seidenstränge zu einem Bündel verschnürt und können dann zur weiteren Verarbeitung verschickt werden. Nun kann die Rohware gewebt, gestrickt und, je nach Bedarf, auch mit Naturfarbe gefärbt werden, um am Ende zu den bei Otex konfektionierten Nachtwäsche-Modellen zu werden.

41.Spinnerei

Nach dem Besuch der Spinnerei geht es weiter in unser Hotel für diese Nacht. Dieses befindet sich in Jiangyou – einer mit 870.000 Einwohnern doch noch sehr kleinen Stadt der Sichuan-Provinz. Während wir einer Tanzveranstaltung auf der Straße zusehen, bemerken wir immer wieder, dass auch wir neugierig beäugt werden. Besonders die blonden, jungen Herren unserer Gruppe sorgen hier unter den chinesischen Damen immer wieder für Ausrufe des Entzückens. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es wohl das erste Mal überhaupt in der „geschichte“ Jiangyou‘s war, dass eine Reisegruppe von über 30 Europäern auf einmal diese Stadt besuchte. Das hat uns erstaunlicherweise, in dieser für uns so neuen Welt, zur Attraktion gemacht – ich glaube das kann nicht jeder von sich behaupten oder? Auch der Swabian Dailiy gelangte an diesem Abend zu Weltruhm.

42.Jiangyou

 

Nach dem Abendessen, das uns mit schwarzem Hühnchen und vielen Pilzspezialitäten weiter in die chinesische Küche eingeführt hatte,   widmeten wir uns dem entspannenden Teil des Abends. Nach den Fußmärschen der letzten Tage und in weiser Erwartung, was uns in den letzten beiden Tagen noch erwartet würde, gönnen wir uns eine ausführliche Fußmassage – genau das Richtige für unser aller Wohlbefinden. Beflügelt und wie neu geboren, lassen wir diesen Tag gemeinsam ausklingen. Ich glaube ich habe selten so viel gelacht wie in dieser Runde – dementsprechend lang wurde dieser Abend für den einen oder anderen. 43.Jinagyou

 

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