Melli goes to China – die kleine Märchenwelt

Melli goes to China – die kleine Märchenwelt

Der letzte Tag unserer Reise führt uns nach Huanglongxi, 30 km südöstlich von Chengdu. Der Ursprung der Stadt kann auf die Zeit der Han (206 v.Chr. – 24 n.Chr.) zurückdatiert werden und sie bietet dank ihrer malerischen Gassen und Parkanlagen bis heute die Kulisse für chinesische Kostümfilme. Daher wird diese kleine Stadt liebevoll auch als „Hollywood von China“ bezeichnet. Sieben alte Straßen die während der Ming (1368-1644) und Qing Dynastie (1644-1911) erbaut wurden, sind bis heute gut erhalten. Andere Straßenzüge wurden restauriert, um den rustikalen Charme mit alten Kopfsteinpflasterstraßen, Tempeln und Häuser entlang des Flusses zu erhalten.

58.Hualongxi

In dieser kleinen Märchenwelt können wir ein letztes Mal in die Welt der chinesischen Kultur und Bräuche eintauchen und die hunderten von chinesischen Touristen bei einer Ihrer Lieblingsbeschäftigungen beobachten – einkaufen, essen und sich wie Prinzessinnen fotografieren lassen.

59.Hualongxi 61.Hualongxi

Dieser Ort scheint unter Europäern eher unbekannt zu sein, denn außer den Mitgliedern unserer Reisegruppe habe ich am ganzen Tag nur 3 weitere „nicht-chinesische“ Spaziergänger zu Gesicht bekommen. Das ist sicherlich auch der Grund dafür, warum wir „Langnasen“ schon wieder für mehr oder weniger großes Aufsehen sorgen. Inzwischen sind wir sind davon überzeugt, dass der Eine oder Andere von uns auf einem der unendlich vielen Fotos, Einzug in den heimischen Wohnzimmern gehalten hat.

60.Hualongxi

 Nach einem gemütlichen Mittagessen und Tee schlendern wir ein letztes Mal durch die alten Gassen – und auch wenn dieser Ort heute auf Grund der vielen Geschäfte doch sehr kommerziell geworden ist, findet man einen kleinen Schritt vom allgemeinen Trubel entfernt, in einer der Seitengassen, doch noch Momente der Ruhe und Mönche, die in einem der Tempel gelassen vor sich hinwerkeln.

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen eines der roten Glücksbändchen mit guten Wünschen an der riesigen Glocke aufzuhängen.

62.Hualongxi

Zum Ausklang der Reise besuchen wir die Sichuan Oper, die sich als Volkskunst größter Beliebtheit erfreut. Wenn auch für meine Ohren etwas gewöhnungsbedürftig, ziehen einen der Gesang in der hohen Tonlage und die Szenen aus dem alltäglichen Leben irgendwann in ihren Bann. Das Highlight der Aufführung war für mich der Auftritt mit dem Masken- und Kostümwechsel am Ende der Show. Innerhalb weniger Sekunden wendet der Künstler dabei seine Masken, um immer wieder mit neuem Gesicht zu erscheinen. Man sagt, dass es guter Maskenspieler in 20 Sekunden bis zu zehn Masken wechseln kann und es in ganz China nur 200 Künstler gibt, die diese Kunstform beherrschen.

64.Sichuan-Oper

Während der Oper erinnert uns das Abendessen zum ersten Mal an die Heimat, denn es wurden „kleine Maultäschle“ serviert. Wenn auch nicht im Original und wie immer mit einem Hauch von Koriander, waren dies wohl die ersten Vorboten für die Heimreise.

Gegen 22.00 machen wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen, um mit 2,5 Stunden Verspätung um 03.30 Uhr in Richtung Heimat zu starten.Um aber auch hier wie immer das Positive zu sehen, war das der Garant für einen langen und tiefen Schlaf, den wir auf dem Rückflug in die Heimat genießen konnten. Vielleicht lag es auch daran, dass im Frachtraum die in Chendgu produzierten Seiden-Nachtkleider transportiert wurden? So konnten wir alle, wie es dem Abschluss dieser Reise gebührt, auf Seide gebettet ins Land der Träume entfliehen.

OS

Um 9.00 Uhr landen wir wieder in Frankfurt wo wir schon von unserem Busfahrer in Empfang genommen werden, um den letzten Teil der Reise in Angriff zu nehmen. Nach nochmaliger Busfahrt kommen wir gegen Mittag wieder in Tübingen an. Alle hundemüde – jedoch, und das ist das Wichtigste vollkommen begeistert! Diese Woche ist für mich gefühlt an mir vorbei gerast und doch habe ich so vieles gesehen und erlebt, dass ich immer wieder inne halten musste um zu überlegen, was an welchem der Tage alles passiert ist.

Am Ende sollte ich vielleicht erwähnen, wer „Ich“ eigentlich bin. Ich bin Melli, eine der Mitarbeiter(innen), die mit Freude auf eine Woche voller unglaublicher Eindrücke und unwiederbringlicher Erlebnisse zurück blickt! Ich denke wir alle können stolz auf „unser Seiden-Projekt“ sein, das nicht nur in Deutschland sondern auch in China absoluten Vorzeige-Charakter hat.

55.SABA-Projekt
Zu guter Letzt möchte ich mich noch bei unseren chinesischen Gastgebern bedanken, die sich die ganze Woche rührend um uns gekümmert haben und natürlich bei Nathalie unserer Produktmanagerin und Reiseleiterin, die sich mit viel Mühe im Vorfeld auf diese Reise vorbereitet hat und die auch während der Reise immer für uns da war. Last but not least ein ganz, ganz großes Dankeschön an alle Mitreisenden – ihr habt aus dieser Woche eine unvergessliche Zeit gemacht! Ich freue mich auf die nächste gemeinsame Reise – in diesem Sinne „Fußpilz“!

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