Melli goes to China – Das SABA-Projekt

Melli goes to China – Das SABA-Projekt

Am nächsten Morgen machen wir uns auf dem Weg zum SABA-Projekt – dem Aufzuchtsort für „unsere“ Seidenraupen. Der hierfür gepachtete Berg liegt im Hügelland des Ostausläufers des Himalaya-Gebirges. Auf dem ca. 70 ha großen Gebiet wurden ca. 700.000 Maulbeerbäume angepflanzt, die zur Fütterung der Seidenraupen benötigt werden. Zur Wahrung des ökologischen Gleichgewichts wurden 5.000 weitere Bäume gepflanzt, die zur Verbesserung der Boden-, Wasser- und Luftqualität führen und den Tieren und Vögeln im Gebiet genug Nist- und Schattenplätze bieten. Dieser biologisch-dynamische und nachhaltige Anbau garantiert eine bestmögliche Qualität der Maulbeer-Blätter und damit auch der gezüchteten Seidenraupen. Das Futter der Raupen ist frei von jeglicher Belastung – so werden aus den Raupen besonders schöne und dickwandige Kokons, die eine hervorragende Seidenqualität garantieren.

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Im Laufe des Jahres werden hier in vier Zyklen, die vom chinesischen Staat angelieferten Eier des Maulbeerspinners zu Raupen herangezogen, die sich am Ende in Ihren Kokons verpuppen. Hierzu produzieren die, nach ca. 28 Tagen inzwischen 8-9 cm großen Larven, eine Substanz aus Proteinen und Klebstoff, die dann am Ende des Kopfes aus der Spinndrüse gedrückt wird. Aus diesem fortlaufenden Faden wird der Kokon gebildet, der erhärtet sobald er an die Luft kommt. Man muss sich einmal vorstellen, dass dieses kleine Tierchen hierfür ca. 300.000mal seinen Kopf drehen muss.

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Insgesamt werden so im Laufe eines Jahres im SABA-Projekt 5,6 Mio. Kokons gewonnen. Für diese Masse werden insgesamt ca. 900.000 kg Maulbeerblätter benötigt, die von den fleißigen Mitarbeitern des Projektes von Hand gepflückt und „mundgerecht“ geschnitten werden. So bietet dieses Projekt ganzjährig 6 Mitarbeitern und saisonbedingt 200 Menschen aus der Region einen Arbeitsplatz.

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Um eine weitere Vorstellung von der Größenordnung zu bekommen, sollte ich vielleicht noch weitere beeindruckende Zahlen nennen.

Knapp 500 Seidenraupen erzeugen 1 kg frische Kokons. Hierfür werden 30 kg Maulbeerblätter benötigt, da die Raupen im Laufe der Zeit ihr Gewicht 8.000 mal verdoppeln. Für 1 kg Filament-Seide werden 6 kg frische Kokons benötigt. Aus diesem Kilogramm können ca. 2-3 lange Nachtkleider hergestellt werden.

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Für die Besichtigung der kompletten Farm benötigen wir einen Fußmarsch von ca. 1,5 Stunden. Die vorhin angesprochene Luftqualität erleichtert dabei vielen von uns den Aufstieg und ist auch für unsere chinesischen Begleiter ein kleines Highlight. Der Unterschied zwischen dem Smog einer Großstadt und der Luft am Fuße des Himalayas könnte größer nicht sein. Hier oben fühlt man sich dem Himmel gleich ein kleines Stückchen näher – und wer kann schon zu Hause erzählen, dass er am Fuße des Himalayas gewandelt ist? 55.SABA-Projekt

Zum Abschluss des Abends gibt es ein leckeres Abendessen mit original chinesischem Hotpot. Dieses chinesische Fondue hat eine über tausend Jahre alte Tradition und durfte daher natürlich nicht fehlen.

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Zum letzten Mal auf dieser Reise sollte „die Treppe“ der Treffpunkt des Abends werden. Dieses Mal auf Grund des täglichen Regens am Abend stilvoll darunter.

 

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