Was ist das Besondere an diesen beiden chinesischen Näherinnen?

Was ist das Besondere an diesen beiden chinesischen Näherinnen?

Huang Cui Rong (links) und Wu Hai Yan (rechts) sind als Näherinnen bei Otex in der chinesischen Provinzhauptstadt Chengdu angestellt. Auf den ersten Blick ist das an sich nichts Besonderes. Ihr Beruf ist in China nicht unüblich – sie sind zwei von ca. 6 Mio. Beschäftigten in der chinesischen Bekleidungsindustrie.

Bei Otex haben die beiden allerdings einen Arbeitgeber gefunden, mit dem sie mehr als zufrieden sind. Das Unternehmen produziert und vertreibt seit 1996 Textilien – in der Hauptsache Kleidungsstücke aus organischer Seide. Im Zentrum der gesamten Unternehmensphilosophie stehen dabei schon immer Nachhaltigkeit und eine umweltfreundliche Produktion. Daher ist es nicht verwunderlich, dass OTEX Fair Wear verifiziert ist.

Was den beiden aber zu etwas ganz Besonderen macht – sie sind Mitglieder eines Betriebsrates!

Bei Otex gibt es einen neunköpfigen Betriebsrat – das ist in der chinesischen Textilindustrie eine absolute Ausnahme! Dieser Betriebsrat ist eine frei gewählte, gewerkschaftliche Vertretung  die in Beziehung zum hauseigenen Tarifvertrag steht. Dieser Betriebsrat achtet u.a. zusätzlich zum CEO Michael Wang darauf, dass Arbeitszeiten eingehalten, Überstunden besser bezahlt und Löhne pünktlich ausbezahlt werden. Außerdem wird größten Wert darauf gelegt, dass  jeder Mitarbeiter einen korrekten Arbeitsvertrag hat. Natürlich gibt es ein komplettes Verbot von Kinderarbeit.

»Es geht nicht nur darum, Feste und Jubiläen zu organisieren«, sagt Huang Cui Rong. »Wir sind auch da, wenn’s Konflikte gibt«, ergänzt ihre Kollegin Wu Hai Yan , »dann setzen wir uns mit dem Chef an einen Tisch.«

Otex fertigt und vertreibt seit 1996 Kleidungsstücke aus organischer Seide. Daher nähen  Rong und Yan unter anderem die Nachtkleider, Pyjamas und Negligees für die Organic Silk Linien der Marken RÖSCH und FÉRAUD Paris. Inzwischen arbeiten in diesem Betrieb bei einem Jahresumsatz von 4 Mio. US$ rund 100 Mitarbeiter.

Bild: Volker Rekittke

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